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Nordseeinsel Wangerooge - Geschichte
Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat sich die Insel durch den Einfluss von Wind und Meeresströmungen immer weiter nach Osten verlagert. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde nach einer Sturmflut das alte Inseldorf verlassen. Zunächst war beabsichtigt, alle Einwohner auf dem Festland in der Nähe von Varel anzusiedeln. Diese Siedlung trägt heute den Namen "Neu-Wangerooge". Einige Wangerooger aber wollten die Insel nicht verlassen und gründeten ein neues Inseldorf im damaligen Osten der Insel, der heutigen Inselmitte.
Vom alten Inseldorf blieb der am Strand vom Meer umspülte sog. Westturm (erbaut von 1597 bis 1602) stehen, der zugleich als Kirchturm, Lagerraum für Strandgut und als Schifffahrtszeichen gedient hatte. Am Turm war ein trigonometrischer Punkt angebracht, der als Ortsmarke von Wangerooge auch von 1989 bis 2001 am Rand der 10-DM-Scheine mit dem Bild des Mathematikers und Geodäten Gauß abgebildet war. Der alte Westturm wurde Ende 1914 aus "miltärischen" Gründen gesprengt. Die offizielle Version war, man wolle wegen der Gefahr englischer Angriffe ein markantes Seezeichen entfernen. Allerdings wird vermutet, dass die Marine, welche vorher für die kostspielige Erhaltung des Turmes zuständig war, lediglich eine willkommene Gelegenheit zur Beseitigung des Bauwerks nutzte. Das Fundament kann man übrigens noch heute bei Niedrigwasser im Westen der Insel (unterhalb des neuen Leuchtturms) erkennen und begehen.
Jugendherberge WestturmSchon wenige Jahre nach der Sprengung des alten Turmes entstand die Idee, einen Turm für die Jugend zu errichten. So entschloss man sich 1932, den neuen (heutigen) Westturm an einer anderer Stelle (ca. 900m südlicher) nach dem Vorbild des alten Turmes wieder aufzubauen. Bei der Fertigstellung an Pfingsten 1933 übernahmen sogleich die neuen Machthaber den Turm und nutzen ihn als Herberge für die Hitler-Jugend. Nach 1945 wurde der Turm dann seinem eigentlichen Zweck zugeführt und dient bis heute als Jugendherberge des DJH.
Bis ca. 1930 war die Insel eine der beiden letzten Refugien des Dialektes des Wangerooger Friesischen.
Letztmals von einer Sturmflut beschädigt wurde das Inseldorf im Februar 1962.
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