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Geschichte der Insel Rügen

Die Geschichte der Insel Rügen


Die Geschichte Rügens lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Auf ganz Rügen findet man Großsteingräber und Opfersteine, Funde die auf eine Besiedlung in dieser Zeit hinweisen. Der Insel gaben die zur Zeit der Römer auf der Insel lebenden Rugier ihren Namen. Der ostgermanische Stamm blieb bis etwa zum Jahre 400 und wanderte dann im Zuge der Völkerwanderung ab, um ein neues Reich in Pannonien zu gründen.

Rügen wurde nun vom Stamm der Ranen besiedelt. Sie errichteten Befestigungsanlagen und Heiligtümer für ihren Gott Svantevit, dessen größter Tempel am Kap Arkona derzeit durch Archäologen ausgegraben wird, um einer Zerstörung durch die Natur vorzukommen, denn er liegt direkt am Kliff und ist durch fortschreitende Erosion gefährdet. Die Ranen waren ausgezeichnete Seefahrer und besiedelten viele benachbarte Ostseeinseln. Sie waren gefürchtet, bis die Nachbarn der Insel die Raner Fürsten unter Druck setzten.

1168 zerstörten die Dänen unter der Herrschaft König Waldemar I. den Svantovit-Tempel im Burgwall am Kap Arkona und beendeten damit sowohl die territoriale als auch die religiöse Eigenständigkeit der Ranen. Der Ranenfürst Jaromar I. († 1218) wurde Vasall des dänischen Königs, die Inselbewohner christianisiert. Deutsche Kolonisten wurden in das Land geholt und stellten bald den größten und kulturell prägenden Bevölkerungsteil. Immer mehr deutsche besiedelten die Insel. Die deutsche Sprache setzte sich immer mehr durch.

Nach dem Tod des letzten Slawenfürsten Wizlaw III. 1325 kam das Land infolge der 1321 geschlossenen Erbverbrüderung an Pommern-Wolgast und war eine Zeit lang das Besitztum einer abgezweigten Linie (Barth), bis es 1478 mit Pommern vereinigt wurde. Mit diesem Land kam es dann 1648 durch den Westfälischen Frieden an Schweden. In den Jahren 1678 und 1715 konnte Rügen vom Kurfürsten von Brandenburg Friedrich Wilhelm bzw. von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, jeweils kurzzeitig den Schweden entrissen werden. So landete und eroberte ein brandenburgisch-preußisches und dänisches Heer die Insel bei der Invasion Rügens im Jahre 1678. Nach dem Frieden von Saint-Germain im Jahre 1679 ging die Insel vom dänischen wieder in schwedischen Besitz über. Zur Zeit der Napoleonischen Kriege wurde Rügen von 1807–1813 von den Franzosen besetzt gehalten. Im Frieden von Kiel von 1814 ging es zunächst von Schweden an Dänemark und fiel dann durch den Wiener Kongress 1815 mit Neuvorpommern an Preußen. Die Halbinsel Jasmund war nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Zeit lang im Besitz des schwedischen Generals Carl Gustav Wrangel, dann der Grafen De la Gardie, von denen sie Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus erwarb. Nördlich von Binz befinden sich heute Museen die auf die Zeit des Nationalsozialismus hinweisen. Die Organisation „Kraft durch Freude“ baute in dieser Zeit das große Seebad Prora. Die Arbeiten wurden nie beendet.
 
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